Der Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe an der Universität Bayreuth nutzt den Vakuumschrank zum Trocknen, Konditionieren, Entgasen und Polymerisieren - Trocknen und Entgasen im Vakuumschrank

Der Vakuumschrank am Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe

Der Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe an der Universität Bayreuth nutzt einen Memmert Vakuumschrank zum Trocknen, Konditionieren, Entgasen und Polymerisieren.

Von Schmuck bis Leiterplatte: unsere Welt ist polymer

Aus unserem Alltag sind sie nicht wegzudenken und selbst in der Kunst haben die Polymere Einzug gehalten. In Polyethylen verpacken wir unseren Müll, mit Helmen aus Polypropylen schützen wir unsere Köpfe beim Fahrradfahren, Polyamid machte für die Frauen ab den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts Nylon- und Perlonstrümpfe erschwinglich, Polyvinylchlorid, besser bekannt als PVC, ist unter anderem der Grundstoff der Modelliermasse, aus dem weltweit Schmuck und andere Dekoobjekte gestaltet werden.

Forschungsobjekt Polymermembran

Das Nanoscience Institute of Aragón in Zaragoza verwendet bei seinen Forschungen, unter anderem über die Entwicklung einer Polymermembran mit verbesserter Permeabilität und Selektivität, einen Memmert Vakuumschrank.

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Trocknen und Entgasen im Vakuumschrank

Mehr als zwanzig Geräte aus dem Hause Memmert stehen am Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe, darunter mehrere Vakuumschränke für die verschiedensten Einsatzbereiche: Zur Bestimmung der Wasseraufnahme werden Proben bei konstanten Temperaturen im Vakuumschrank konditioniert, um das Trockengewicht zu bestimmen. Ebenfalls im Vakuumtrockenschrank von Restfeuchte befreit wird Kunstgranulat als Ausgangsmaterial für Extrusions- und Compoundierprozesse. Da nur qualitativ hochwertige Proben mechanisch charakterisiert werden können, werden zu Vermeidung von Poren reaktive, duromere Systeme im Vakuumschrank entgast und teilweise auch unter Vakuum polymerisiert.

Polymere sind unverzichtbar in Luft- und Raumfahrt, Automotive und Elektronik

Weitestgehend unbemerkt von Medien und Öffentlichkeit arbeiten universitäre Forschungseinrichtungen wie der Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe an der Universität Bayreuth täglich an neuen Anwendungsgebieten für Polymere, denn die Verbesserung von Eigenschaften wie Leichtigkeit, Temperaturbeständigkeit, Umweltverträglichkeit oder auch die Optimierung von Fertigungsprozessen und Produktionskosten sind unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit von Hightech-Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Automotive oder Elektronik.

So ist beispielsweise eine herkömmliche Leiterplatte aufgrund der Verwendung von Flammschutzmitteln Sondermüll und kann nicht recyclet werden. Eine geschäumte, thermoplastische Leiterplatte, die nach ihrem Lebensende der Verwertungskreislauf zugeführt werden kann, war daher eine praktische, umweltfreundliche Idee des Lehrstuhls für Polymere Werkstoffe der Universität Bayreuth, der sich der Entwicklung moderner Polymere verschrieben hat.

Andere Forschungsprojekte der Universität Bayreuth richten sich beispielsweise auf die Entwicklung biokompatibler Polymere als Werkstoff für Implantate, die Entwicklung von Nano composites (Verbundwerkstoffe mit Füllstoffen im Nanometerbereich) oder die Optimierung faserverstärkter Kunststoffe hinsichtlich Steifigkeit, Flammschutz oder auch Bruchzähigkeit.

Wir danken Herrn Johannes Krämer herzlich für die Unterstützung bei der Verfassung dieses Artikels. Weitere Informationen zum Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe gibt es unter http://www.polymer-engineering.de/.

Geschäumte, thermoplastische Leiterplatte

Geschäumte, thermoplastische Leiterplatte

 
Themenschwerpunkte in der Übersicht

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Bildnachweis: Eva Ehmeier, www.hoedlgut.at, Fotograf Roland Weber/Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe